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Autor und Satiriker Shahak Shapira berichtet den jungen Projektmachern
von seinen Erfahrungen, Foto: Fernanda Vilela

Junge Projektmacher von 30 sozial-digitalen Projekten aus ganz Deutschland sind am Wochenende in der Wayra Akademie in München zu einem Kick-off zusammengekommen. Die 14- bis 25-Jährigen erhalten alle eine 1.000 Euro Upgrade-Förderung von Think Big, dem Programm der Telefónica Stiftung und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) gemeinsam mit O2. Mit ihren Projektideen setzen sie sich unter dem Jahresmotto „act:together_Zusammenhalt in Vielfalt“ für Toleranz und Akzeptanz ein. Die Bandbreite reicht vom Aufbau eines Radiosenders „Migration heute“ bis hin zu Workshops zum Thema Fake News. Beim Kick-off holten sich die Projektmacher Anregungen zu Social Entrepreneurship, digitalen Tools und Öffentlichkeitsarbeit. Zudem erhielten sie inspirierenden Input von Satiriker und Autor Shahak Shapira.

Mit mehr als 97.000 Likes bei Facebook und 35.000 Followern bei Twitter hat Shahak Shapira eine große Online-Community und entsprechend viel Erfahrung mit digitalen Plattformen. Was es braucht, um öffentliche Aufmerksamkeit und Viralität zu erreichen, veranschaulichte er anhand eigener Aktionen. Mit seinem Projekt #yolocaust beispielsweise wollte er die Öffentlichkeit mit drastischen Fotomontagen darauf aufmerksam machen, dass Touristen das Holocaust-Denkmal in Berlin nicht für fröhliche Urlaubsfotos nutzen sollten. Und mit seinem „ehrlichen AfD-Weihnachtskalender“ ging er verschiedenen Kampagnenmotiven und -slogans der AfD auf den Grund. „Eure Idee ist viel größer als ihr glaubt, ihr könnt eine große Bewegung daraus machen“, gab er den jungen Projektmachern als Motivation mit auf den Weg. Shapira inspirierte die Jugendlichen, sich über Social Media zu Themen wie Zusammenhalt und Vielfalt zu positionieren, aber auch mit Herausforderungen wie Hate Speech oder Fake News umzugehen. „Ihr müsst keine Meinungen ändern, um etwas zu bewirken. Aber ihr könnt dafür sorgen, dass die Menschen, die von Hass betroffen sind, sich nicht allein gelassen fühlen“.

Förderung durch Think Big

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Think Big Upgrade-Projekte beim Kick-off in München,
Foto: Fernanda Vilela

Think Big unterstützt die Projekte mit finanziellen Mitteln, Coaching und Schulungen. Es gibt verschiedene Förderstufen im Programm. Die Upgrade-Projekte, die sich jetzt in München getroffen haben, erhalten 1.000 Euro, um ihre Projektidee in den nächsten sechs Monaten größer und bekannter zu machen. In 2017 konzentriert sich Think Big mit dem Motto „act:together_Zusammenhalt in Vielfalt“ darauf, Jugendliche zu ermutigen, sich mit ihren Ideen für Toleranz und Akzeptanz einzusetzen und Integration, sozialen Austausch und Vielfalt in unserer Gesellschaft zu fördern. Dabei geht es auch immer darum, digitale Technologien zu nutzen, um Ideen zu verwirklichen, bekannt zu machen und Menschen zu vernetzen. „Uns ist wichtig, junge Menschen dabei zu unterstützen, die Chancen der Digitalisierung zu nutzen und diese für ein soziales Miteinander in unserer vielfältigen Gesellschaft einzusetzen“, sagt Claudia von Bothmer, Head of Corporate Responsiblity bei Telefónica Deutschland.

„Es ist beeindruckend zu sehen, was für innovative Ansätze entstehen, wenn junge Menschen die Möglichkeit haben, sich eigenständig zu engagieren. Die Themen, die sie dabei wählen, zeigen, wie politisch die jungen Projektmacherinnen und Projektmacher denken und handeln und wie sie damit ein wichtiges Gegengewicht bilden für aktuell zunehmend demokratiefeindliche Tendenzen,“ ergänzt Nina Cvetek, Programmleiterin von Think Big bei der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung.

Blick in die neuen Upgrade-Projekte

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Jugendliche arbeiten gemeinsam an ihren Projektideen,
Foto: Fernanda Vilela

„Fake News erkennen und entwaffnen“ richtet sich an Erstwählerinnen und –wähler. Es entwickelt Bildungsangebote, in denen sich die jungen Erwachsenen mit Fake News auseinandersetzen. „Es ist unglaublich wichtig, dass die erste Wahl reflektiert und informiert passiert“ erklärt ein Vertreter des Projektteams. „Gerade in sozialen Netzwerken hat die falsche Berichterstattung neue Ausmaße angenommen. Fake News sind schwer zu erkennen und beeinflussen die politische Meinungsbildung.“

Das Ziel der Initiatoren von „Migration heute“ ist, eine positive Berichterstattung über Migration anstoßen. „Wir möchten dazu beitragen, ein besseres Miteinander zu schaffen und mehr Verständnis auf beiden Seiten zu erzeugen“ erklärt Projektmacherin Lina die Intention ihres Vorhabens. Dafür möchte sie mit ihrem Team eine eigene Radiosendung umsetzen. Diese soll Geflüchteten, Migrationsforschern, Sozialarbeitern, Politikern und andere Experten rund um das Thema Migration Gehör verschaffen. Die Sendung wird über verschiedene Radiosender sowie online zu hören sein.

Die neuen Upgrade-Projekte stehen stellvertretend für viele weitere gute Ideen bei Think Big. Sie zeigen, wie viel Potenzial und Kreativität in jungen Menschen steckt und wie das Programm dies unterstützt: Seit dem Start in 2010 haben mehr als 98.000 Jugendliche mit mehr als 3.500 Projekten den Schritt vom Konsumenten zum Gestalter unserer digitalisierten Gesellschaft gewagt.

Weitere Informationen:

So fördert Think Big digital-soziale Ideen junger Menschen:
An jedes ausgewählte Projekt vergibt Think Big in der Basic-Förderung 400 Euro. Besonders hervorstechende Projekte erhalten in der Upgrade-Förderung sogar 1.000 Euro. Wer sein Programm professionalisieren möchte, kann sich für Think Big Pro bewerben. Dabei erhalten die Projektmacher 5.000 Euro sowie für sechs Monate einen Platz in einem Social Impact Lab. Mehr Informationen gibt es unter www.think-big.org.

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