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Foto: pixabay/cuncon

Seit zwei Jahrhunderten radeln die Menschen schon durchs Land. In Zeiten des Abgasskandals und hoher Feinstaubbelastungen in Großstädten gewinnt das Fahrradfahren noch mehr an Attraktivität. Das zeigt auch der Europäische Tag des Fahrrades. Ins Leben gerufen wurde der Aktionstag bereits 1998 aufgrund der zunehmenden Verkehrsdichte durch motorisierte Fortbewegungsmittel und die damit verbundenen Probleme. Also gilt besonders am 3. Juni: Auto stehen lassen und ab aufs Rad!

Am 12. Juni 1817 – also vor 200 Jahren – fuhr Karl Drais zum ersten Mal mit einer Laufmaschine von seinem Wohnort nahe Mannheim in den sieben Kilometer entfernten Nachbarort. Für die Strecke brauchte er nur etwa eine halbe Stunde und war damit wesentlich schneller als zu Fuß. Dieser Tag gilt seither als die Geburtsstunde des Fahrrads. Mittlerweile beherrschen 98 Prozent der Deutschen das Radfahren. Es ist Transportmittel, Statussymbol, Klimaretter und Fitnessgerät in einem und damit ein absolutes Allroundtalent. Ständiger Begleiter auf dem Fahrrad ist selbstverständlich das Smartphone und deshalb gibt es zahlreiche Apps und Tipps rund ums Biken, die hier vorgestellt werden.

Zahlen und Fakten: Fahrradfahren immer beliebter

Heute liegt der Anteil der Haushalte, die mindestens ein Fahrrad besitzen, bei 81,4 Prozent. Damit ist das Zweirad das zahlenmäßig häufigste Verkehrsmittel in Deutschland. Zum Vergleich: Die Haushalte mit PKW schaffen es hierzulande auf 77 Prozent. In deutschen Haushalten gibt es ca. 73 Millionen Drahtesel. 38 Prozent der Deutschen nutzen ihr Fahrrad täglich bis mehrmals pro Woche.

Damit ist das Fahrrad eines der beliebtesten Verkehrsmittel in Deutschland. Erst kürzlich wurde vom ADFC wieder die fahrradfreundlichste Stadt Deutschlands gekürt – und wieder einmal darf sich Münster mit dem Titel Fahrradhauptstadt schmücken. Es gibt dort mehr Fahrräder als Einwohner. Rostock und Köln brachten mit jeweils drei bisher die meisten Tour de France Trikotträger hervor.

Die Tour de France 2017 hautnah miterleben

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Foto: pixabay / chezbeate

Egal, wer in diesem Jahr gewinnt – das Highlight-Event können Fahrrad-Fans in diesem Jahr in Deutschland hautnah miterleben. Denn die 104. Tour de France startet in diesem Jahr in Düsseldorf und macht auch Halt in Mönchengladbach. Der Grand Départ am 1. Juli bildet den Startschuss des dreiwöchigen Radspektakels. Die Strecke des Eröffnungszeitfahrens verläuft über 13 Kilometer durch das Düsseldorfer Stadtgebiet am schönen Rheinufer entlang.

Die 2. Etappe der Tour de France 2017 startet dann am Sonntag, 2. Juli und führt von Düsseldorf über Erkrath, durch das Neandertal, nach Mettmann, Ratingen und zurück nach Düsseldorf. Damit führt eine Etappe der Tour zum ersten Mal aus der Stadt des Starts heraus und wieder in sie zurück. Weiter geht es über Meerbusch und Neuss nach Mönchengladbach. Als letzte deutsche Stadt wird Aachen durchquert, ehe es für die Fahrer über die deutsch-belgische Grenze nach Lüttich geht. Alle Infos zum Streckenverlauf findet man auf der Homepage der Stadt Düsseldorf.

Die besten Apps für Fahrradfahrer

Apps-Tag-des-Fahrrads-1-1280x720200 Jahre alt, aber ganz und gar nicht verstaubt. Auch das Fahrrad geht mit der Zeit und die App-Stores bieten einige hilfreiche Apps rund ums Biken. Nutzer sollten sich allerdings zu Beginn eine Smartphone-Halterung für den Lenker zulegen, denn Sicherheit geht vor. Besonders für die Nutzung von Navigations-Apps sind diese Halterungen ideal, um die Karte und Richtungsangaben sehen zu können. Es gibt zahlreiche Navigations- und Tracking-Apps, durch die Radfahrer ganz sicher ans Ziel gelotst werden. Bike Citizens (Android / iOS), Naviki – das Fahrrad-Navi (Android / iOS), aber auch Google Maps (Android / iOS) und der „ADAC Fahrrad Touren Navigator Deutschland 2017“ (Android / iOS) liefern Nutzern überschaubare Karten. Sie führen mit Hilfe von Sprachsteuerung ans Ziel und sind sogar offline nutzbar. Wer zudem wissen möchte, wie viele Kilometer zurückgelegt wurden, kann mit Runtastic Road Bike (Android / iOS) die eigene Strecke tracken.

Sollte es während der Fahrt eine Panne geben, hilft die App Bike Repair (Android / iOS) mit einigen Tipps und Anleitungen für die Reparatur. In vielen Städten wird mittlerweile Bike-Sharing angeboten. Angebote wie „Call a Bike“ (Android / iOS) oder nextbike (Android / iOS) liegen voll im Trend. Besonders Touristen profitieren von den vielen Fahrradverleih-Stationen. Die Apps zeigen die Bike-Sharing-Standorte in näherer Umgebung an. Dann muss nur noch die Radnummer eingegeben oder der QR-Code gescannt werden und schon kann es losgehen. Mit dem Fahrrad eine fremde Stadt erkunden, war nie einfacher.

Aber auch für Locals macht der Bike-Sharing-Trend absolut Sinn. So lässt es sich nachts von der Lieblingsbar schnell zum Bahnhof radeln. Spontane Verabredungen mit Freunden werden mit einem geliehenen Fahrrad aus der Stadt auch ganz schnell erreicht. Wer hingegen noch ein eigenes Fahrrad sucht, wird sicher in den Flohmarkt-Apps Shpock (Android / iOS), Quoka (Android / iOS) oder auf ebay Kleinanzeigen (Android / iOS) fündig.

Blick in die Zukunft

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Foto: pixabay / VolkerSchnaebele

Das Fahrrad ist beliebt wie nie und auch der Blick in die Zukunft scheint positiv. In Zeiten der Digitalisierung ist der Schritt zum vernetzten Fahrrad nicht mehr weit. Bereits jetzt bieten einige Edelhersteller beispielswiese eine digitale Diebstahlsicherung mit einem im Rahmen verbauten GPS-Chip an, der die Verortung des Fahrrads ganz einfach macht. Darüber hinaus sollen in Zukunft Fitnessdaten durch digital vernetzte E-Bikes gemessen werden können.

Bei allem technischen Fortschritt, sind es doch oft die kleinen Dinge, die den Radfahrer am Vorwärtskommen hindern. Woran viele noch immer verzweifeln, ist ein plattes Rad, denn dann bewegt sich erst einmal nichts mehr. Ein japanischer Hersteller hat nun einen Reifen entwickelt, der ohne Speichen und Luftschlauch auskommt. Stattdessen besteht das Hightech-Rad aus Harzen und Gummimischungen, die durch die neuartige Konstruktion sogar Erschütterungen abfedern und so ein angenehmes Fahren ermöglichen. So ließe es sich auch die nächsten 200 Jahre angenehm übers Land radeln.

Weitere Informationen:

Europäischer Tag des Fahrrades bei Wikipedia

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