pixabay-JohnsonGoh-ilight-2185506-Surreal-1280x720

Foto: pixabay / JohnsonGoh

Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass im Jahr 2030 weltweit fünf Milliarden Menschen in Städten leben werden. Auch in Deutschland ist der Zuzug in Ballungsräume erheblich. Um urbane Lebensräume der Zukunft zu schaffen, müssen unsere Städte intelligenter werden. Eine Möglichkeit, mit der sich viele Alltagsprobleme lösen lassen, ist die smarte Datenanalyse. Doch wer besitzt diese Daten, die oftmals von den Mobilitätsteilnehmern selbst stammen? Und welche Lösungen entstehen daraus? Darüber debattieren u.a. der CEO von Telefónica Deutschland, Markus Haas, und der Geschäftsführer von DriveNow, Nico Gabriel, bei den Tagesspiegel Data Debates im Telefónica BASECAMP am 29. Juli 2017.

Der nächste freie Parkplatz? Eine App zeigt uns den Weg dorthin. Der öffentliche Bus? Wir warten nicht mehr an der Haltestelle, sondern er holt uns an unserem momentanen Standort ab – automatisiert und fahrerlos. Staus in der Innenstadt? Sie sind Geschichte und unsere Autos tanken wir nicht an einer Zapf-, sondern an der nächsten Ladesäule auf.

Die Grundlage für eine solche Zukunft bildet die intelligente Vernetzung von Daten – kurz: Smart Data. Die dafür nötigen Daten stammen zum größten Teil von den Bewohnern der Smart City selbst. Um die klugen Metropolen von morgen Wirklichkeit werden zu lassen, müssen alle Beteiligten zusammen arbeiten und offene Fragen klären: Wie wollen wir den gesellschaftlichen Nutzen erreichen? Wie viel Privatsphäre sind wir bereit, dafür herzugeben? Und wer ist für die datengestützte Mobilität der Zukunft verantwortlich?

Keine Smart City ohne Smart Data

Markus Haas

Markus Haas

Die Tagesspiegel Data Debates, mit Telefónica Deutschland als Initiator und Partner der Reihe, tragen zu diesem Diskurs bei. Mit auf dem Podium ist der CEO von Telefónica Deutschland, Markus Haas: „Ohne Mobilfunkdaten gibt es keine Smart Cities. Unsere Netze bilden das Rückgrat der urbanen Digitalisierung.“ Schnelle LTE- und bald auch 5G-Netze sind eine Voraussetzung, dass Autos und Busse künftig autonom fahren können, smarte, anonymisierte Datenanlyse eine andere. Haas zeigt sich davon überzeugt: „Wir können das Leben in Städten mit Smart Data besser machen. Wir müssen aber transparent machen, wie wir die Daten verwenden, wie wir sie schützen und was der konkrete Nutzen ist. Das ist die Voraussetzung, damit Politik, Wirtschaft und Nutzer an einem Strang ziehen.“

Das Thema ist Markus Haas vertraut. Das Tochterunternehmen Telefónica NEXT hat erst kürzlich den Nutzen von Mobilfunkdaten für die Verkehrsplanung und die Emissionsmessung in zwei Pilotprojekten untersucht: Durch die Aktivitäten der Mobilfunkkunden entstehen täglich vier Milliarden Datenpunkte, mit denen sich Bewegungsströme berechnen lassen. Die Daten werden über ein TÜV-zertifiziertes Verfahren anonymisiert und aggregiert, sodass keine Rückschlüsse auf Einzelpersonen möglich sind. „Anonymisierung ist der Schlüssel. Wir wollen wissen, dass jemand morgens um acht auf die Stadtautobahn fährt, aber nicht, wer das ist“, so Markus Haas.

Weniger Staus und besser Luft durch die Analyse von Mobilfunkdaten

infograph_web_verkehrstroemung_05-1280x720

Studie in Stuttgart: Der Weg der Daten vom Handy über
die Anonymisierung bis zur Verkehrsmessung

Im Rahmen eines Pilotprojekts in Nürnberg wurde erstmals eine Methode entwickelt, um mithilfe von anonymisierten Mobilfunkdaten die Luftqualität zu analysieren. Die in Nürnberg getestet Methode ergänzt bisherige Messmethoden sinnvoll, denn die umfangreichen Daten sind rund um die Uhr und flächendeckend vorhanden. Zudem ist die Erfassung und Auswertung kostengünstiger, da keine zusätzliche stationäre Technik oder Personal zur Zählung des Verkehrs benötigt werden.

Eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO in Kooperation mit Telefónica NEXT kam im Februar 2017 zu dem Ergebnis, dass anonymisierte Mobilfunkdaten einen positiven Beitrag zur Verkehrsplanung leisten können. Zur Verdeutlichung wurden Analysen für die Stadt Stuttgart durchgeführt, die detailliertere Einblicke zum tatsächlichen Reise- und Pendlerverhalten der Stuttgarter ermöglichen.

Geballtes Mobility Know-how im Telefónica BASECAMP

Data-Debates-1280x720

Publikum im Telefónica BASECAMP

Neben Markus Haas werden an diesem Abend auf dem Podium im Telefónica BASECAMP auch Michael Bültmann, Geschäftsführer der Open Location Plattform HERE Technologies, Nico Gabriel, Geschäftsführer von DriveNow, sowie Prof. Dr. Ina Schieferdecker, Institutsleiterin des Fraunhofer-Institutes für Offene Kommunikationssysteme FOKUS, zu Gast sein. Moderiert wird die Debatte von Tagesspiegel-Chefredakteur Stephan-Andreas Casdorff.

Sie können sich hier auf www.datadebates.de zur sechsten Ausgabe kostenlos anmelden, um live vor Ort dabei zu sein. Verfolgen Sie die Debatte am 29. Juni ab 19 Uhr auch im Livestream hier und auf unserer Twitter– und Facebook-Seite mit dem Hashtag #DataDebates.

Weitere Informationen:

Data Debates Website
Data Debates im Basecamp

Abonnieren
Blog-Archiv