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(v.l.) Moderator Daniel Finger, Professor Kubicek,
Georg Spiegel und Christiane Thien von der Verbraucherzentrale Bayern,
Schauspieler Erol Sander, Valentina Daiber und
Claudia von Bothmer von Telefónica Deutschland

Gerade ältere Menschen können vom Internet stark profitieren, scheuen jedoch oft den Umgang damit. Telefónica Deutschland und die Stiftung Digitale Chancen haben den Bedarf an Hilfestellung früh erkannt und mit dem Projekt „Digital mobil im Alter“ bereits tausende Senioren unterstützt. Bei der Veranstaltungsreihe „Seniorendialog – Chancen und Herausforderungen des Internets“ haben sich die Projektpartner mit Senioren über ihre Erfahrungen ausgetauscht. Im O2 Tower in München fanden diese Dialoge nun mit rund 70 älteren Menschen, Experten der Verbraucherzentrale Bayern sowie dem Projektpaten und Schauspieler Erol Sander ihren Abschluss.

„Die Digitalisierung ermöglicht vielseitige Anwendungen, die das Leben erleichtern und verschönern können. Als Telekommunikationsunternehmen ist uns wichtig, dass diese Möglichkeiten allen Menschen offen stehen“, sagte Valentina Daiber, Vorstand für Recht und Corporate Affairs bei Telefónica Deutschland zu Beginn des Seniorendialogs „Chancen und Herausforderungen des Internets“. Die Münchner Veranstaltung bildete den Abschluss einer Dialogreihe, die auch in Düsseldorf, Hamburg und Berlin ältere Menschen zum Austausch zusammengebracht hatte. „Menschen ab 65 Jahren nutzen das Internet meist viel zu wenig. Deshalb setzt Telefónica Deutschland bereits seit fünf Jahren gemeinsam mit der Stiftung Digitale Chancen das Projekt „Digital mobil im Alter“ um, bei dem Senioren acht Wochen lang Tablet-PCs ausprobieren können“, erklärte Daiber. Das Ziel: Älteren Menschen aufzuzeigen, wie sie die Digitalisierung für sich nutzen können und welche Vorteile ihnen das Internet für den Alltag bietet. Über die Dialoge wollten die Projektpartner erfahren, was die älteren Menschen bewegt. Zudem wollten sie ihnen Lösungen und Hilfestellungen an die Hand geben. Deshalb waren bei den Veranstaltungen auch immer Experten der Verbraucherzentralen dabei. Deutlich wurde bei allen Dialogen, dass viele Senioren noch lange nicht alle Chancen nutzen, die sie grundsätzlich durch die Digitalisierung sehen.

Bessere Kontaktpflege durch das Internet

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Projektpate und Schauspieler Erol Sander berichtet von seinen Erfahrungen
mit digitalen Tools im Alltag

Schauspieler Erol Sander begleitet das Projekt seit fünf Jahren als Pate, um ältere Menschen für den Schritt in die digitale Welt zu ermutigen. „Mir ist bei der Digitalisierung wichtig, dass ich mein Leben dadurch leichter gestalten kann“, sagte Sander. Wenn er beispielsweise wegen eines Drehs seine Kinder eine längere Zeit nicht sehe, könne er per Videochat mit ihnen in Verbindung bleiben.

Und auch beruflich spiele sich die Arbeit am Drehbuch oder die Abstimmung mit den Kollegen überwiegend digital ab. Diesen Vorteil der direkten und schnellen Kommunikation nannten auch Senioren in der aktuellen Studie „Digital mobil im Alter. So nutzen Senioren das Internet“, die Telefónica Deutschland und die Stiftung Digitale Chancen begleitend zum Projekt durchgeführt haben. „Senioren erleben das Internet zwar als Gewinn für Kontaktpflege und Mobilität und halten sich gerne mit Online-Spielen geistig fit. Sie brauchen aber spezifische Begleitung, um von den Vorteilen der Digitalisierung zu profitieren“, brachte Professor Herbert Kubicek, wissenschaftlicher Direktor der Stiftung Digitale Chancen und Leiter der Studie, die zentrale Erkenntnis auf den Punkt. Als besonders positiv bewerteten die Projektteilnehmenden, dass ihnen vorinstallierte Apps auf den ausgeliehenen Tablets geholfen hätten. „Denn sonst wissen wir gar nicht, was es Tolles im Internet für uns gibt“, sagt eine Projektteilnehmerin.

Webseiten aufmerksam prüfen

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Die Verbraucherschützer Georg Spiegel und Christiane Thien gaben Tipps
zu Sicherheit und Verbraucherrechten im Netz

Als größten Hemmschuh für die Internetnutzung älterer Menschen stellten sich sowohl in der Studie als auch beim Erfahrungsaustausch mit den Senioren im O2 Tower vor allem Sicherheitsbedenken heraus. Die Experten der Verbraucherzentrale gaben deshalb beim Seniorendialog konkrete Tipps, worauf Nutzer beim Online-Einkauf oder beim Online-Banking achten sollten. Georg Spiegel erklärte, dass sich Fakeshops über einen prüfenden Blick auf die Websiteadresse, die Zahlungsmodalitäten und die Seriosität der Sprache entlarven lassen.

Zudem warnte er davor, bei E-Mails unbekannte Anhänge oder Links zu öffnen und damit Gefahr zu laufen, sich Schadsoftware einzufangen. Ergänzend gab er Tipps für einen sicheren Bestellvorgang und das Erstellen von Passwörtern. „Im Internet sollten Nutzer mindestens genauso kritisch und aufmerksam sein, wie im sonstigen Leben“, fasste er als Faustregel zusammen. Seine Kollegin Christiane Thien ergänzte die Vorteile des Widerrufsrechts, das Verbraucher im Internet in Anspruch nehmen können. So lägen der Verbraucherzentrale kaum Kundenbeschwerden über den Online-Handel vor, da sich die Anbieter wegen des Widerrufsrechts meist sehr kulant verhielten.

Senioren brauchen situationsgerechte Medienkompetenz

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Professor Kubicek im Austausch mit Teilnehmern
des Projekts „Digital mobil im Alter“

Mit Blick auf die aktuelle politische Diskussion zur Digitalisierung erklärte Professor Kubicek, dass sich die bisherigen Maßnahmen zur Förderung digitaler Kompetenzen weitgehend auf Schulen und die berufliche Fortbildung beziehen. „Dem zunehmenden Anteil älterer Menschen wird nicht hinreichend Rechnung getragen, immerhin sind rund zehn Millionen Senioren über 70 Jahre noch nicht im Internet.“

Da ältere Menschen anders lernten und oft ein geringeres Selbstvertrauen hätten, empfehle die Stiftung Digitale Chancen zum einen, flächendeckende Bildungsangebote speziell für ältere Offliner zu fördern und dabei Anwendungen für den persönlichen Nutzen wie Kontakte mit Familienangehörigen, Fahrpläne und Navigation sowie Unterhaltungs- und Geschicklichkeitsspiele in den Vordergrund zu stellen. Zum anderen müssten auch ausreichend Beratungsstellen und Sprechstunden verfügbar sein, um das Gelernte zu vertiefen. „Das sind gewissermaßen Rettungsboote, die Senioren brauchen, um sich auf das Abenteuer Internet einzulassen“, erläuterte Kubicek.


Die Studie „Digital mobil im Alter_ So nutzen Senioren das Internet. Zentrale Befunde einer Studie.“ beruht auf den Angaben von insgesamt 300 älteren Menschen. Zwischen Mai 2016 und Mai 2017 probierten die Studienteilnehmer in Senioreneinrichtungen in Berlin, Düsseldorf, Hamburg und München acht Wochen lang Tablet-PCs mit Internetzugang aus und beantworteten im Anschluss Fragen zu ihren Erfahrungen. Die Studie liefert empirisch gestützte Erkenntnisse über spezifische Unterstützungsbedarfe älterer Menschen. Ziel ist es, auf dieser Basis gezielte Empfehlungen für eine Digitalisierungspolitik zu geben, die angemessen auf die älter werdende Gesellschaft reagiert.

Das Projekt „Digital mobil im Alter – Tablet-PCs für Senioren“

Seniorendialog-Muenchen-2017-20170926001-Foto-facesbyfrank-1280x720Mit dem Projekt „Digital mobil im Alter – Tablet-PCs für Senioren“ engagieren sich Telefónica Deutschland und die Stiftung Digitale Chancen bereits seit fünf Jahren dafür, älteren Menschen zu mehr digitaler Teilhabe zu verhelfen und dadurch ihre geistige und physische Mobilität zu verbessern. Unter fachkundiger Begleitung haben Senioren acht Wochen lang die Möglichkeit, Tablet-PCs auszuprobieren, Erfahrungen mit der Nutzung des Internets zu sammeln und sich so über die damit verbundenen Chancen und möglichen Problem ein eigenes Urteil zu bilden.

Seit dem Projekt-Beginn wurden mehr als 5000 Senioren erreicht. Telefónica stellt hierzu die Infrastruktur (Tablet-PCs und eine kostenlose Datenflatrate) zur Verfügung, während die Stiftung Digitale Chancen Ausleihe und Begleitung organisiert.

Fotos: FACES by FRANK

Weitere Informationen

Das Internet verhilft Senioren zu mehr Teilhabe am öffentlichen Leben: Die zentralen Studienergebnisse im Überblick
Projektwebseite: Stiftung Digitale Chancen

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