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Ende September konnten rund 700 Teilnehmer auf dem Digital Innovation Day (DID) von Telefónica Deutschland erfahren, wie die Digitalisierung bestehende Geschäftsmodelle verändert und neue hervorbringt.

Sie waren leider nicht dabei? Dann können Sie gleich hier in unserem 360°-Film die Veranstaltung noch einmal digital nachvollziehen. Möchten Sie diesen Film noch intensiver Sehen, so bestellen Sie bitte via E-Mail kostenfrei eine VR-Brille für noch mehr Involvement. Damit können Sie sodann in den Showroom der Digitalisierung von Telefónica, Partnern und Kunden eintauchen. Für alle, die nachlesen möchten, worum es konkret auf dem DID 2017 ging, haben wir im folgenden Artikel wichtige Keynotes und Break-out-Sessions zusammengefasst.

Digital Journey und spannendes Programm

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Dirk Grote

Die Besucher des DID 2017 erwartete in den Münchner Eisbach Studios ein umfangreiches Programm mit Vorträgen und Break-out-Sessions zu Chancen, Erfolgsfaktoren und Herausforderungen der Digitalisierung. Ein Showroom mit anschaulichen Beispielen führte sie auf eine Reise durch digitale Themenwelten wie Digital Workplace, Big Data Analytics, IT-Security und Technologien für die vernetzte Kommunikation. Dirk Grote, Leiter des Geschäftskundenbereichs der Telefónica in Deutschland und Schirmherr der Veranstaltung hob in seiner Eröffnungsrede die Ziele des vierten Digital Innovation Day prägnant heraus: „Wir zeigen heute, wie die digitale Welt morgen aussehen wird. Wir wollen Impulse geben und Inspiration bieten. Dabei betrachten wir nicht nur die rein technologischen Aspekte der Digitalisierung. Mit dem DID schaffen wir eine Plattform, um auch Menschen miteinander besser zu vernetzen – daher auch das Motto der Veranstaltung.“

„Die deutsche Wirtschaft hat die Bedeutung der Digitalisierung mittlerweile erkannt, die Politik aber leider noch nicht. Im Bundestags-Wahlkampf spielte das Zukunftsthema Digitalisierung keine allzu große Rolle.“ Mit diesen Worten begann Markus Haas, CEO von Telefónica Deutschland, seine Keynote zum Thema „Digitalisierung erfolgreich gestalten: Worauf es in Deutschland jetzt ankommt“. Die Politik sieht er vor allem beim Netzausbau und bei klaren Regularien für das Internet of Things (IoT) oder das autonome Fahren gefordert.

„Breitband und der Ausbau des Glasfasernetzes bilden die Grundlage für den Erfolg der digitalen Transformation. Deutschland hinkt aber beim Glasfasernetz weit hinterher und liegt auf einer OECD-Liste auf Platz 28 von 32. Das kann nicht sein. Hier muss die Politik mehr tun, insbesondere in ländlichen Regionen“, sagte Haas.

Daten als wichtigster Rohstoff

Digital-Innovation-Day-1280x720-003Die deutschen Unternehmen forderte Haas auf, mehr aus dem Rohstoff Daten zu machen und die riesigen Menge an erzeugten Daten intelligenter zu analysieren, um Mehrwerte für ihre Kunden zu schaffen. In den ersten sechs Monaten sei das Volumen der Daten im Netz von Telefónica um 60 Prozent gestiegen, so Haas. „Wir müssen diesen Datenschatz mit Hilfe von Advanced Data Analytics heben, um etwa Prozesse effizienter zu gestalten und zusätzlichen Nutzen für die Menschen zu bieten.“ Als Beispiel nannte er ein Projekt, bei dem Telefónica Verkehrsbetriebe bei der Optimierung ihres Verkehrsnetzes und dem Bereitstellen von Echtzeit-Informationen für die Passagiere unterstützt.

Datenschutz und Datensicherheit spielen hier eine zentrale Rolle, da mit der zunehmenden Vernetzung auch die Risiken steigen. „Cybersicherheit ist ein erfolgskritischer Faktor für die Datenökonomie. Firmen müssen eine Sicherheitsstrategie entwickeln und Transparenz schaffen, was mit den Daten der Kunden passiert. Persönliche Informationen sollten anonymisiert sein“, erklärte der CEO von Telefónica Deutschland.

Sehr optimistisch ist Haas beim Thema Internet der Dinge: „Das IoT ist im Maschinenbau oder in der Automobilindustrie relevant, also dort, wo deutsche Firmen traditionell gut sind. Hier kann Deutschland zum Gewinner werden, zumal Industrie 4.0 auch politisch gefördert wird und es bereits Digitale Hubs gibt.“ Unternehmen sollten in die Chancen investieren, die auch neue Technologien wie Narrowband IoT zur Vernetzung der Endpunkte und Sensoren bieten.

Narrowband IoT vernetzt Geräte

Digital-Innovation-Day-1280x720-004Telefónica setzt auf die Zusammenarbeit mit Partnerunternehmen, um innovative Lösungen für die Vernetzung von Geräten, Maschinen und Fahrzeugen zu entwickeln. Ein wichtiger Partner ist Huawei, Hauptsponsor des Digital Innovation Day. Jörg Diederichs, Chief Technology Officer und Vice President New Business Solutions von Huawei Europa, stellte in seiner Rede auf dem DID Beispiele vor, wie Firmen aus verschiedenen Branchen mit der Narrowband-Technik (4.5 IoT) ihre Geschäftsprozesse verbessern und neue digitale Geschäftsmodelle schaffen. Dank Narrowband IoT können Geräte mehr als zehn Jahre mit nur einer Batterieladung im Mobilfunknetz senden.

Energie- und Wasserversorger gehören zu einer Branche, die bereits jetzt davon profitiert. Laut Diederichs erhalten sie über intelligente Strom- oder Wasserzähler (Smart Meter) in Echtzeit aktuelle Informationen über den Verbrauch ihrer Kunden und können so ihre Kapazitäten besser steuern. Als weitere wichtige Anwendungsgebiete nannte er Smart Parking, bei dem ein Sensor in die Cloud funkt, ob ein Parkplatz frei oder besetzt ist, und vor allem Predictive-Maintenance, also die vorausschauende Wartung von Maschinen, Anlagen, Aufzügen, Waschmaschinen und anderen vernetzten Geräten.

Sensoren erfassen dabei die Betriebsdaten der Geräte und schicken sie in der Regel an eine Cloud-Anwendung. Diese analysiert die Informationen und andere verfügbare Daten wie technische Informationen des Herstellers, bisherige Reparaturen und anderes. Ziel ist es, Trends, Fehlermuster und qualitativ minderwertige Komponenten zu erkennen und damit Fehler oder technische Mängel vorherzusehen.

Damit derartige Big-Data-Analysen reibungslos funktionieren, ist im Hintergrund eine leistungsfähige Backend-Infrastruktur notwendig. Jörg Karpinski, Sales Director Enterprise bei Huawei Technologies Europe, zeigte in seiner Break-out-Session die Herausforderungen bei der Analyse großer Datenmengen. So gehe es darum, heterogene Daten aus unterschiedlichsten Quellen zu harmonisieren, zentral zu verwalten und möglichst schnell zu analysieren. Die Systeme müssen hochverfügbar sein und offene Schnittstellen für die Integration der Lösungen verschiedener Hersteller bieten. Darüber hinaus müssen sie Cloud-fähig und hyperkonvergent sein, das bedeutet Server und andere Hardware, Netzwerk, Storage und Software zentral zusammenfassen.

Showroom mit Reise durch digitale Themenwelten

Weitere Partner des Digital Innovation Day 2017 waren NFON, Mercateo, Comarch und Geotab. Auch sie beschäftigten sich in spannenden Break-out-Sessions mit den Chancen und Erfolgsfaktoren der Digitalisierung. Dr. Bernd Schönwälder, Vorstand Markt & Vertrieb bei Mercateo stellte eine vernetzte B2B-Plattform für den Online-Einkauf von Ersatzteilen und Produkten vor. Über sie lassen sich Transaktionen zwischen Herstellern, Zwischenhändlern und Endkunden vollständig digital abwickeln. Markus Krammer, Vice President Products & New Business bei NFON, warf einen Blick in die Arbeitswelt von morgen und zeigte, wie digitale Transformation unsere Kommunikation weiterentwickelt. Dirk Schlimm, Executive Vice President von Geotab lieferte konkrete Ideen für die Arbeit an digitalen Innovationen. Michał Pruski, Sales Director, bei Comarch Healthcare skizzierte, wie das IoT die Prozesse im Gesundheitswesen und die Behandlung der Patienten verbessern kann.

In einem anschaulichen Showroom zeigten Telefónica und Partner zudem praktische Beispiele zu den Möglichkeiten der digitalen Welt von heute und morgen. Die Reise durch die verschiedenen Facetten der Digitalisierung war in Themeninseln aufgeteilt. Sie zeigten Produkte und Lösungen zu Themen wie Digital Workplace, Digital Energy, Digital Mobility, Digital Security oder Digital Connectivity. Zukünftige Technologien (Digital Technology) und die intelligente Transformation von Geschäftsprozessen (Digital Solutions) stellten weitere Stationen der Digital Journey dar.

Digitale Geschäftsmodelle der Zukunft

Digital-Innovation-Day-1280x720-001Neben der Technologie zählt die Beantwortung der Frage nach den künftigen digitalen Geschäftsmodellen zu den wesentlichen Herausforderungen der Digitalisierung. Professor Dr. Gerald Lembke, Leiter des Studiengangs Digitale Medien an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Mannheim monierte in seinem Vortrag, dass sich nur 16 Prozent der Firmen mit der Umsetzung digitaler Geschäftsmodelle beschäftigten. Sie legten den Fokus vielmehr auf die Digitalisierung interner Prozesse und die Interaktion mit Kunden.

„Aktuell gibt es vor allem technikgetriebene Geschäftsmodelle mit Kundennutzen wie Bequemlichkeit, Unterhaltung und Medienkonsum“, so Lembke. Firmen sollten bei der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle stärker auf das Nutzerverhalten achten und vom Kunden her denken. Einer von seinem Lehrstuhl durchgeführten Studie zufolge nutzen Menschen ihr Smartphone vor allem für Social-Media-Dienste wie Facebook, aber weniger als zehn Prozent ihrer Zeit etwa für das Lesen und Schreiben von E-Mails. „Ziel aller Anwendungen sollte es daher sein, die Anwender produktiver zu machen. Daher gilt: Denken first, Digital second“, sagte Lembke in Anspielung auf ein Zitat aus dem Bundestagswahlkampf.

Er verwies auf eine Allensbach-Umfrage, die ergab, dass 82 Prozent der Internetnutzer „digitaler Durchschnitt“ seien. Das heißt: Neue Produkte müssen einen Erlebniswert bieten und einfach sein. „User Experience ist das zentrale Merkmal zur Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle. Die Digitalisierung wird sich hierzulande auch nicht disruptiv auf die Strategien und Geschäftsmodelle der Firmen auswirken, sondern diese komplementär ergänzen.“ Chancen sieht er vor allem in Feldern wie Augmented und Virtual Reality sowie Gamification.

IT-Security und Digital Innovation Award

Telefonica-DID-2017-Beitragsbild-16-zu9Oran Hollander, Head of Cyber Security bei Telefónica in Deutschland arbeitete in seinem Vortrag das hoch relevante Thema IT-Security eindrücklich heraus. Die Abschluss-Keynote „Hacking für Manager“ inklusive Live-Hacking von Tobias Schrödel beleuchtete das Thema hingegen mit einer Mischung aus Humor und fundiertem Schulterblick. Er gab unterhaltsam Einblicke in die Welt der Hacker und des Darknets, deckte Sicherheitslücken von Computern und Smartphones auf und zeigte, wie sich einfache Passwörter auch von IoT-Geräten binnen Sekunden knacken lassen. Daher appellierte er an die IoT-Hersteller, bereits beim Design ihrer Produkte Sicherheitsfunktionen einzuplanen.

Auf dem Digital Innovation Day 2017 von Telefónica wurde zudem der Digital Innovation Award verliehen, zum zweiten Mal nach 2016. Bei dem Wettbewerb konkurrierten sechs innovative Start-ups aus dem Open-Future-Programm von Telefónica in Live-Pitches auf der Bühne. Teilnehmer waren Thethings.io mit einer IoT-Enterprise-Plattform, Social & Beyond mit einer Smartphone-App für die Verknüpfung von Offline- und Online-Einkauf, die Cybersecurity-Firma Counter Craft, Inbox.me mit Secure Instant Messaging, 5Analytics mit einer Middleware für die Integration von Künstlicher Intelligenz in die Datenanalyse sowie das britische Start-up Gideon. Letzteres setzte sich im Live-Voting des Publikums mit einer Smart-Home-Plattform durch. Die mobile App ermöglicht im intelligenten Zuhause die zentrale Verwaltung von Geräten unterschiedlicher Hersteller unter einer einheitlichen Benutzeroberfläche.

Filme zu den Vorträgen:

Telefónica Digital Innovation Day 2017
Oran Hollander – Digital Innovation Day 2017
Marcus Thurand – Digital Innovation Day 2017
Moritz Diekmann – Digital Innovation Day 2017
Markus Krammer – Digital Innovation Day 2017
Dr. Bernd Schönwälder – Digital Innovation Day 2017
Jörg Karpinski – Digital Innovation Day 2017
Dirk Schlimm – Digital Innovation Day 2017

Fotos: Christoph Reiss
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