Foto: Henrik Andree

Technologische Entwicklung geschieht immer öfter exponentiell – Prozessoren werden immer schneller und kleiner, künstliche Intelligenz steuert immer mehr Prozesse, gesellschaftsverändernde Softwareanwendungen erscheinen in immer kürzeren Abständen. Was wie eine einfache Formel klingt, ist für Unternehmen alles andere als simpel – und für jeden Einzelnen mitunter kaum zu durchdringen.

Über die daraus entstehenden Herausforderungen diskutierten führende Innovatoren bei der Debatte „Europa – USA – China: Shaping the digital economy – The global race for future technologies“ am 8. Juni im Telefónica BASECAMP.

Bei dem von Deutsche Welle-Moderator Brent Goff moderierten Gespräch wurde deutlich: Deutschland und Europa stehen vor großen Herausforderungen. Während die USA weiter eine führende Rolle spielen und China immer stärker selbst Innovationen hervorbringt, entstehen hierzulande kaum digitale Marktführer. Vielerorts mangelt es an schnellen Breitbandangeboten, Programmieren wird an den Schulen kaum gelehrt, und das Investitionsniveau liegt unter dem chinesischen und amerikanischen.

Exponentielle Entwicklungssprünge: Die Rolle geografischer Faktoren

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Die Diskussion kreiste um die Qualität digitaler Infrastruktur, den Schwerpunkt des Bildungssystems, die Eigenheiten von Rechtssystemen und kulturelle Präferenzen, die allesamt die aktuell erlebten exponentiellen Entwicklungssprünge maßgeblich beeinflussen.

Mit dabei waren neben Telefónica Deutschlands Vorstandsvorsitzendem Markus Haas Monika Lessl, die bei Bayer verantwortlich für die Innovationsstrategie ist, Pascal Finette von der Singularity University, Yang Tao, der Deutschlandchef von Huawei, sowie Jimmy Cliff, der Geschäftsführer von Mobike Deutschland.

Einfacher und mutiger: Der Weg an die digitale Weltspitze

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Einige Standortnachteile seien selbst verschuldet, so Pascal Finette. So verbaue sich Europa durch überambitionierte Regulierung, wie bei der Datenschutzgrundverordnung, die Chance, bei der Entwicklung künstlicher Intelligenz mit anderen Weltregionen mithalten zu können.

Dabei gebe es viele Faktoren, die es Unternehmen und Gesellschaften hierzulande ermöglichen dürften, an die digitale Weltspitze zurückzukehren. Besonders bei der Digitalisierung der Industrie ergebe sich auf Grund der industriellen Stärke Europas große Chance, sagte Telefónicas Markus Haas.

Gerade wir Deutschen wollen sehr oft Perfektion. Aber all diese exponentiellen Wachstumsgeschichten sind nicht perfekt“, sagte Haas. „Wir haben das Potential in Deutschland und Europa. Wir müssen einfacher denken und Dinge mutiger ausprobieren.

Beispiel 5G-Entwicklung: Grenzen verschwimmen

Europa müsse mehr aus der Tatsache machen, dass seine Forschungszentren und Universitäten weltweit in einer führenden Position sein, so Monika Lessl von Bayer.

Wir schaffen es noch zu selten, aus Forschung und guten Ideen ein erfolgreiches Geschäftsmodell zu machen“, sagte Lessl, deren Unternehmen mit der Übernahme von Monsanto zum weltgrößten Anbieter von genetisch modifiziertem Saatgut avanciert ist. „Wir müssen Unternehmertum stärker fördern.

Bayers transatlantische Übernahme zeigt aber auch, dass es keine klaren Abgrenzungen zwischen den verschiedenen Erdteilen gibt, was den technischen Fortschritt anbelangt. Wettbewerber von heute können schon morgen Zulieferer oder Partner sein, stimmten Yang Tao und Jimmy Cliff überein. Das zeige sich unter anderem auch in der Entwicklung des 5G-Mobilfunkstandards, zu der verschiedene Unternehmen in verschiedenen Erdteilen wertvolle Beiträge leisteten, fügte Haas hinzu.



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Weitere Informationen:

Mehr Infos über die Veranstaltung finden Sie auch im Telefónica BASECAMP

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