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BR-Senderstandort Wendelstein; Pressefoto: Gerhard-Wenzel

Neben existierenden Projekten wie TechCity und „5G Connected Mobility“ unterstützt Telefónica Deutschland seit Anfang des Jahres ein weiteres 5G-Vorhaben. Am Senderstandort Wendelstein nahe Rosenheim entsteht derzeit ein Testfeld für den Rundfunk über 5G im Frequenzbereich um 700 MHz. Hier gehen die Projektbeteiligten der Frage nach, wie sich die 5G-Technologie zukünftig mit Blick auf eine großflächige und wirtschaftliche Übertragung von Rundfunkinhalten nutzen lässt.

Zu diesem Zweck werden die Experten ab Herbst 2018 rund um den Standort Wendelstein die TV-Übertragung im 5G-Rundfunkmodus FeMBMS (Further evolved Multimedia Broadcast Multicast Service) auch über größere Distanzen untersuchen.

Telefónica beteiligt sich mit 700 MHz-Frequenzen

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Valentina Daiber

Zu den Partnern des Konsortiums zählen unter anderem der Antennenhersteller Kathrein sowie der Messtechnik-Spezialist Rohde & Schwarz. Entwickelt und geleitet wird das Vorhaben im Rahmen des bayerischen Forschungsprojektes „5G-Today“ vom Institut für Rundfunktechnik (IRT) aus München. Unterstützt werden die Projektbeteiligten von den assoziierten Partnern Telefónica Deutschland und dem Bayerischen Rundfunk, der das 5G FeMBMS-Sendernetz auf seinen Senderstandorten betreiben will. Hier unterstützt Telefónica Deutschland mit ihren Frequenzen im 700 MHz-Band, da sich diese ideal für große Übertragungsreichweiten eignen. Damit kann Telefónica seine 700 MHz-Frequenzen für die konkrete Erprobung erster 5G-Anwendungen in Deutschland einsetzen. „Als global tätiger Netzbetreiber sowie Mitglied der Next Generation Mobile Networks unterstützen wir gerne die Tests zur Verbreitung von Medieninhalten mit modernen und konvergenten 5G-Netzen. Deshalb werden wir 5G-Today bei Bedarf weiteres 700 MHz Spektrum und damit eines seitens der EU-Kommission priorisierten 5G-Frequenzbänder zur Verfügung stellen“, so Valentina Daiber, Director Corporate Affairs von Telefónica Deutschland.

5G kann mehr als nur Breitband

Foto: CC0 1.0, Pixabay / cuncon / Ausschnitt bearbeitet

Der neue Mobilfunkstandard 5G gilt als Schlüsseltechnologie für selbstfahrende Fahrzeuge oder Geräte im Internet der Dinge. Doch 5G kann deutlich mehr: Der Standard ist ebenso geeignet für die effiziente Verbreitung von Medieninhalten. Mit der Einführung von 5G könnte daher ein neues Marktsegment mit Millionen von Smartphones und Tablet-PCs als potentielle TV-Empfänger entstehen. Die Nutzer dieser Geräte greifen unter anderem auf Live-TV-Dienste, Mediatheken oder soziale Netzwerke zurück. Hier sind viele weitere, unter Umständen auch völlig neue Mediendienste denkbar. Im Juni 2017 wurden unter Beteiligung von europäischen Rundfunkanstalten und der Industrie internationale Standardisierungsarbeiten im Bereich des Broadcast über 5G abgeschlossen, um Rundfunkangebote effizient in großflächigen 4G- und 5G-Netzen zu übertragen.

5G-TV: Die Kombination macht’s

Für eine großflächige Versorgung werden große Senderzellen mit kleinen Senderzellen kombiniert. Zu diesem Zweck sendet der BR-Standort Wendelstein gleichzeitig mit weiteren Standorten im Raum München TV-Signale als Versuchsfunk im Kanal 56. Der Beginn der ersten Ausstrahlungen ist für Ende 2018 vorgesehen. Bis dahin werden Komponenten für Aussendung und Empfang entwickelt und installiert. Hier fällt besonders dem Antennenhersteller Kathrein eine Sonderrolle zu: Kathrein bringt die Kompetenz aus vielen Jahrzehnten Erfahrung in den Fachgebieten Rundfunk- und Mobilfunk ein. Außerdem unterhält das Unternehmen im nahegelegenen Rosenheim bereits ein eigenes Testfeld für die 5G-Antennentechnik. Daneben finden theoretische Voruntersuchungen und Simulationen statt. Gefördert wird das Forschungsprojekt 5G-Today über eine Laufzeit von 28 Monaten durch die Bayerische Forschungsstiftung. Der Antennenhersteller Kathrein wird dabei sein Fachwissen aus den beiden Feldern Rundfunktechnik und Mobilfunk einbringen.

Weitere Informationen:

Projektpartner: Institut für Rundfunktechnik GmbH | Kathrein | Rohde & Schwarz
Assoziierte Projektpartner: Bayerischer Rundfunk
Fördergeber: Bayerische Forschungsstiftung

Zukunftstechnologie: Auf dem Weg zu 5G
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